Der Veybach in Mechernich (Kreis Euskirchen) entwässert die Bleierz-Mine Burgfeyer Stollen, die bereits 1806 eröffnet und 1957 stillgelegt wurde. Das Problem: Aus dem 7,5 Kilometer langen Stollen fließen pro Sekunde 300 Liter Wasser und 60 Tonnen Schwermetalle pro Jahr. Nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts Karlsruhe ist er die mit Abstand höchste punktförmige Einleitung von Nickel; auch die Grenzwerte für Cadmium und Zink übersteigen die gesetzlichen Grenzwerte deutlich. Das Stollenwasser gelangt über den Veybach in die Erft und durchströmt das Rheinische Revier, wo es die ökologische Entwicklung einer renaturierten Erft bedroht und eine Gefahr für Tiere, Pflanzen und Menschen darstellt. Über den Rhein weitertransportierte Schwermetalle aus dem Burgfeyer Stollen wurden bis nach Rotterdam nachgewiesen.
Der Veybach am Burgfeyer Stollen ist damit einer der verunreinigsten Bäche Deutschlands und eine Bergbau-Altlast, die es zu reinigen gilt.
Über Jahrzehnte war die Finanzierung der Wasseraufbereitung strittig. 1998 wurden Reinigungsversuche aus Kostengründen eingestellt und 2011 kurzzeitig wieder aufgenommen. 2020 schätzte der Erftverband die einmaligen Investitionskosten rund 7,3 Millionen Euro bei jährlichen Betriebskosten von circa 600.000 Euro. Da es keinen Rechtsnachfolger des verursachenden Unternehmens gibt, ist das Land für diese Bergbau-Altlast zuständig. Die grün geführten Landesumwelt- und Wirtschaftsministerien unter Oliver Krischer und Mona Neubaur sowie der Erftverband als regionaler Wasserverband haben Ende 2024 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, eine Aufbereitungsanlage zu errichten. Das zeigt: Grün wirkt! Die Einigung zur Wasseraufbereitung ist ein wahrer Meilenstein für die Wasserqualität und damit die Sicherheit der Menschen und die Ökologie in der Eifel, dem Rheinischen Revier und bis zur Nordsee. Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht. Der Schutz unseres Wassers darf nicht am Geld scheitern.
Inzwischen ist klar: Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert das Projekt vollständig aus Mitteln beider Ministerien. Da die Betriebskosten der Behandlungsanlage dauerhaft anfallen und das Projekt in dieser Form einzigartig ist, arbeiten die beiden Landesministerien derzeit [Januar 2026] gemeinsam mit dem Erftverband an einem Vertrag, der Finanzierung, Bau und Betrieb langfristig regelt. Das Umweltministerium stellt die Finanzierung von Planung und Bau der Anlage sicher, das Wirtschaftsministerium die Finanzierung der Betriebskosten.