PM: Giftiges Wasser aus dem Burgfeyer Stollen wird endlich gereinigt

PM: Grüne stoppen historische Umweltsünde – Giftiges Wasser des Burgfeyer Stollens
(Mechernich) wird endlich gereinigt


Düsseldorf, 06.12.2024. Gemeinsame Lösung für sauberes Wasser: Landesumweltund Wirtschaftsministerium sowie der Erftverband als regionaler Wasserverband
haben an diesem Freitag eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, eine
Aufbereitungsanlage zu errichten. Sie wird aus dem ehemaligen Bleibergwerk
Burgfeyer Stollen in Mechernich (Eifel, Kreis Euskirchen) ausströmendes und hoch
belastetes Wasser aufbereiten.
Der Stollen wurde 1956 stillgelegt und schwemmt jedes Jahr circa 60 Tonnen
Schwermetalle in den Veybach aus. Unter anderem Nickel, Arsen und Blei werden so
über die Erft durchs Rheinische Revier und den Rhein transportiert und waren schon
in Rotterdam nachweisbar. Der Veybach gilt damit als eines von den am schwersten
belastetsten Gewässern Deutschlands.
Antje Grothus, Sprecherin für Bergbausicherheit der Grünen Landtagsfraktion NRW
und Vorsitzende des Unterausschusses Bergbausicherheit, begrüßt die gemeinsame
Erklärung: „Grün wirkt! Die Einigung zur Wasseraufbereitung ist ein wahrer
Meilenstein für die Wasserqualität und damit die Sicherheit der Menschen und die
Ökologie in der Eifel und dem Rheinischen Revier. Seit Jahrzehnten war die
Finanzierung der Wasseraufbereitung strittig. Ich freue mich, dass sich Umwelt- und
Wirtschaftsministerium unter Oliver Krischer und Mona Neubaur (beide Grüne) der
Sache entschieden und erfolgreich angenommen haben. Die Grünen aus
Mechernich und ich haben uns dafür schon seit Langem stark gemacht.“
Das Thema Burgfeyer Stollen wird auf Wunsch der Grünen Fraktion in der nächsten
Sitzung des Unterausschuss Bergbausicherheit (13.12.2024) durch einen Bericht der
Landesregierung mit Aussprache thematisiert. Antje Grothus dazu: „Da es keinen
Rechtsnachfolger des verursachenden Unternehmens gibt, ist das Land für diese
Bergbau-Altlast zuständig. Wir übernehmen jetzt Verantwortung. Der Vorgang zeigt,
wie lange wir im ganzen Land mit den Folgen der Natureingriffe durch den Bergbau
zu tun haben. Eine Reform des Bundesbergrechts muss daher den Schutz von
Umwelt, Klima und Menschen an vorderste Stelle setzen.“


Astrid Vogelheim, Sprecherin für Wasserschutz der Grünen Landtagsfraktion, stellt
erleichtert fest: „Endlich gibt es eine Lösung für den Veybach! Viel zu lange wurden
tonnenweise giftige Schwermetalle durch die Erft bis nach Rotterdam gespült. Schritt
für Schritt nähern wir uns unserem Ziel, die ökologischen Schäden des Bergbaus zu
beheben und Bäche und Flüsse im Rheinischen Revier zu renaturieren.“

Dr. Volkhard Wille, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, ordnet
die nun verabschiedete Erklärung ein: „NRW geht nach fast 70 Jahren die Reinigung
einer der größten Schwermetallquellen in NRW an. Das ist ein echter
umweltpolitischer Meilenstein und ich hoffe auf eine schnelle bauliche Umsetzung
der vereinbarten Reinigungsanlage.“
Der Burgfeyer Stollen wurde 1806 eröffnet und 1957 stillgelegt, einen
Rechtsnachfolger des Bergbauunternehmen gibt es nicht. Aus dem 7,5 Kilometer
langen Stollen fließen pro Sekunde 300 Liter hochbelastetes Wasser, die es zu
reinigen gilt. 1998 wurden Reinigungsversuche aus Kostengründen eingestellt und
2011 kurzzeitig wieder aufgenommen. 2020 schätzte der Erftverband die einmaligen
Investitionskosten auf rund 7,3 Millionen Euro bei jährlichen Betriebskosten von circa
600.000 Euro.
Bereits am 12. August 2024 haben sich Antje Grothus, Astrid Vogelheim Volkhard
Wille (Sprecher für Umweltschutz) und Gerd Altmeier (Grüne Mechernich) bei einer
Sommer-Umwelt-Tour vor Ort ein Bild der Situation gemacht.

Aus dem ehemaligen Bleibergwerk strömen pro Jahr über 50 Tonnen Schwermetalle aus – der Veybach in Mechernich (Eifel) ist damit einer der am stärksten belastetsten Gewässer Deutschlands. Jetzt soll das Wasser endlich gereinigt werden!

Hier Pressemitteilung im Original zum download